COSMONAUT SURVIVAL – leider zur falschen Zeit!

26.07.2011

Es hätte so schön sein können: Damals vor 10 Jahren haben wir viel Planung, Arbeit und Geld...

…investiert, um einen neuen Meilenstein im beginnenden Spacetourismus zu setzen: die erste kommerzielle Teilnahme an einem offiziellen Mannschaftstraining der ISS-Besatzungen!

Nach langen Verhandlungen über EADS-Astrium und deren Verbindungen zum russischen Gagarin Cosmonaut Training Centre konnte Andreas dann tatsächlich gemeinsam mit der 7. ISS-Stammbesatzung (Yuri Malentchenko RUS und Ed Lu USA) eine Woche die Survival Procedures nach einer Notwasserung in der Soyuz-Raumkapsel einüben. An Bord des Kriegsschiffs 'SB 36' vor der Küste von Sotschi im Schwarzen Meer war er jeden Tag voll in alle Abläufe des hochkonzentrierten Trainings eingebunden, und abends an Land hat er mit der Crew gefeiert. Er hat die Kammer mit Ed Lu geteilt, dem Hawaiianer unter den NASA-Astronauten, und er hat mit ihm die Erfahrung gemacht, dass dieses Water Survival Training eine der anstrengendsten Herausforderungen in der Raumfahrerausbildung darstellt.

Man glaubt gar nicht, wie eng und stickig so eine Raumkapsel ist, wenn sie wie ein Korken auf der Wasseroberfläche tanzt und sich eine 3 Mann-Crew darin aus den Raumanzügen schälen muss, um die Wasser-Überlebensanzüge anzulegen, bevor sie die Luke öffnet und den Ausstieg wagt. Die Sonne brennt auf die Kapsel; Belüftung ist aus, sobald man den Raumanzug öffnet; die Anzüge sind sperrig, und der Seegang macht koordinierte Bewegungsabläufe fast unmöglich. 

Aber es war ja alles für einen guten Zweck: Mit diesem spektakulären Event wollten wir eine breitere Öffentlichkeit mit den vielfältigen Möglichkeiten der beginnenden Raumfahrt-Kommerzialisierung vertraut machen. Für die Rückkehr nach Deutschland hatten wir bereits Pressetermine gemacht; schon im Frankfurter Flughafen sollten die ersten Interviews gegeben werden.

Und warum war nun der Zeitpunkt so falsch?
Ganz einfach: Das Training begann am 12. September 2001, und auf der ganzen Welt hatte sich gerade ein ganz anderes Thema in den Vordergrund geschoben.

Wirklich schade...

 






 

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